130 Jahre Chortradition in Garnberg

Vom reinen Männerchor von 1894 zur vielseitigen Chorfamilie von heute. Eine Chronik über Musik, Gemeinschaft und Wandel.

Die Gründungsjahre (1894 bis 1918)

Ein Schloss, Erdöllicht und die Magie der Musik: Wie 1894 alles begann

Im Sommer 1894 schlug die Geburtsstunde unseres Vereins: Am 1. Juni 1894 fanden sich 15 aktive und 3 passive Garnberger zusammen, um gemeinsam Geschichte zu schreiben.

Bei gemütlichem Erdöllicht und mit viel Leidenschaft ertönten die ersten Gesänge im historischen Vereinslokal – der damals von Familie Hornung geführten „Wirtschaft zum Schlössle“ (das originale Holzschild existiert sogar heute noch!).

Wer den Anstoß gab? Überliefert ist es nicht, doch der Garnberger Ortslehrer Jakob Lauffer (geboren 1861 in Ostindien) spielte die Schlüsselrolle: Er brachte Klavier, Geige und reichlich Noten mit ins Dorf und übernahm als erster Dirigent das Taktstock-Zepter.

Die erste Führungsmannschaft (gewählt am 7. Juli 1894):

  • 1. Vorsitzender: Johann Knorr

  • Schriftführer: Georg Schmetzer

  • Kassier: Johann Rau

Unsere 12 Gründungsmitglieder:

Christian Busch, Friedrich Rau, Johann Käuffer, Michael Hornung, Karl Frank, Friedrich Breuninger, Georg Jaag, Johann Hornung, Heinrich Werner, Wilhelm Löhlein, Michael Karle, Johann Schneider.

Der erste Weltkrieg: Ein 18-Jähriger rettet den Chor: Wie der Funke nach dem Krieg neu entfacht wurde

Der Erste Weltkrieg (1914–1918) brachte das Vereinsleben in Garnberg völlig zum Erliegen. Doch der Neuanfang folgte mit einer beeindruckenden Mutgeschichte:

Ausgerechnet der erst 18-jährige Albert Werner nahm das Heft des Handelns in die Hand. Mit enormer Begeisterung scharte er die jungen Männer des Dorfes um sich, füllte die Reihen des Chores neu und übernahm mutig die musikalische Leitung.

Drei Jahre lang führte er den Chor mit Leidenschaft durch die schwere Nachkriegszeit, ehe er 1921 seinen Traum wagte und in die USA auswanderte. Ein junger Pionier, der den Grundstein dafür legte, dass der Gesangverein Garnberg überhaupt weiterbestehen konnte.

 

1918 bis 1945: Vom 1. bis zum 2. Weltkrieg

Ein neues Banner, stolze Stimmen und die goldenen Zwanziger

Die Roaring Twenties brachten auch nach Garnberg eine spürbare Aufbruchstimmung. Nach den schweren Kriegsjahren und dem mutigen Einsatz des jungen Albert Werner verlangte der Gesangverein nach Stabilität – und bekam sie.

1920-1921: Ordnung, Ehre und ein neuer Taktstock

Bei der ersten großen Hauptversammlung nach dem Krieg stellten die Garnberger die Weichen für die Zukunft. Ein starkes Trio übernahm das Ruder: Anton Löhlein als 1. Vorsitzender, Gottlob Werner an der Kasse und Karl Frank als Schriftführer.

Es war auch ein Abend großer Emotionen: Johann Knorr, der den Verein bei seiner Gründung 1894 durch die ersten Stunden geführt hatte, wurde voller Dankbarkeit zum allerersten Ehrenvorsitzenden ernannt. Musikalisch wehte seit 1920 ein neuer Wind aus der Kreisstadt über die Höhe: Der Künzelsauer Dirigent Karl Gutöhrle übernahm den Taktstock und formte den Männerchor zu neuer Blüte.

11. Juli 1926: Ein Moment für die Ewigkeit

Ein Verein ohne eigene Fahne? Für die Garnberger Sänger Mitte der 1920er-Jahre undenkbar! Was folgte, war ein eindrucksvoller Beweis für den Zusammenhalt im Ort: Durch unzählige Spenden der Sänger und Vereinsmitglieder wurde der Traum vom eigenen Banner Wirklichkeit.

Am 11. Juli 1926 war der große Tag gekommen. Beim festlichen Gauliederfest im benachbarten Künzelsau wurde die wunderschöne erste Vereinsfahne unter den Blicken hunderter Zuschauer geweiht. Ein Augenblick überwältigenden Stolzes – allen voran für Ludwig Hornung, der das frische Banner als erster Fahnenträger der Vereinsgeschichte hoch durch die Feststraßen trug.

1934: Die Fackel wird weitergereicht

Die Jahre zogen ins Land, der Chor wuchs und prägte das kulturelle Leben in Garnberg. Nach engagierten Amtszeiten von Carl Frank und Albert Lang folgte im Jahr 1934 der nächste Generationenwechsel an der Vereinsspitze: Ludwig Löhlein wurde zum neuen Vorsitzenden gewählt, um den Verein durch eine historisch zunehmend herausfordernde Zeit zu steuern.

1946 bis 1964: Neuaufbruch nach dem 2. Weltkrieg

Die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg brachten tiefgreifende Veränderungen für den Gesangverein Garnberg. Es war eine Zeit des Umbruchs, der stürmischen Weiterentwicklung, aber auch harter Bewährungsproben.

1946–1948: Die Geburtsstunde der Frauenstimmen & Generationenwechsel

Während im Dorf noch der Wiederaufbau im Vordergrund stand, regte sich bereits neuer musikalischer Geist: Von 1946 bis 1948 formierte Frau Rüb einen ersten unabhängigen Frauenchor. Auch als sie Garnberg später verließ, blieb die Begeisterung der Sängerinnen bestehen – der Grundstein für die Zukunft war gelegt.

Gleichzeitig gab es 1948 einen bedeutsamen Wechsel am Taktstock: Als mit Hubert Arnold wieder ein ständiger Ortslehrer nach Garnberg kam, übergab der langjährige Dirigent Karl Gutöhrle die Leitung des Männerchores in jüngere Hände. Für seine unschätzbaren Dienste wurde Herr Gutöhrle feierlich zum Ehrendirigenten ernannt.

1951 folgte auch an der Vereinsspitze der Stafettenwechsel: Nach eindrucksvollen 17 Jahren im Amt übergab Ludwig Löhlein den Vorsitz an August Engelhardt und wurde in Anerkennung seiner Verdienste zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

1951–1954:  Wandel im Denken – Der Gemischte Chor entsteht

Es brauchte erst ein wenig Überzeugungsarbeit, bis die Tradition auf die Moderne traf: Bei der Hauptversammlung im Januar 1951 stimmte die Versammlung noch gegen die Aufnahme der Frauen in den Verein. Doch der Wunsch nach gemeinsamem Gesang war stärker!

Wenig später gelang der Durchbruch: Der Gemischte Chor wurde offiziell in den Gesangverein aufgenommen. Unter der engagierten Leitung des Lehrerehepaars Hubert und Ella Arnold erlebte der Verein sowie die gesamte Dorfgemeinschaft eine beispiellose Blüte- und Reifezeit. Mit Männerchor, Gemischtem Chor und einem neu gegründeten Sing- und Spielkreis feierte Garnberg musikalische Höchstleistungen und prägte Veranstaltungen wie die Kindergarten-Einweihung.

Nachdem das 50-jährige Vereinsjubiläum im Jahr 1944 mitten im Zweiten Weltkrieg ersatzlos ausfallen musste, holten die Garnberger Sänger ihr Fest zehn Jahre später umso eindrucksvoller nach. Am 31. Juli und 1. August 1954 verwandelte sich der Ziegelgarten in eine einzige Festmeile.

Romantik vorm Schlössle & Festzug durchs Dorf

Der Auftakt am Samstagabend bot eine zauberhafte Kulisse: Vor dem festlich beleuchteten Garnberger Schlössle fand ein heiter-besinnlicher Sing- und Musizierabend statt, den auch der hauseigene Sing- und Spielkreis bereicherte.

Der Sonntag brachte den Höhepunkt: Ein großer Festzug zog durch das geschmückte Dorf zum Schlössle. Um dem Ansturm gerecht zu werden, mussten über 800 Stühle aus der Stadthalle Künzelsau geliehen und aufgestellt werden! Für Ordnung im Festzug sorgte Fritz Breuninger, während Karl Stier und Rudolf Blomer hoch zu Ross als Festreiter voranstiegen. Den musikalischen Takt für Umzug und anschließende Tanzmusik gab die Kapelle des Musikvereins Garnberg an. (Der Eintritt lag damals übrigens bei 50 Pfennig für aktive Sänger und 80 Pfennig für Gäste!)

1957–1961: Trauer, Führungskrise und das „Jahr der Besinnung“

Nach dem plötzlichen Tod des Vorsitzenden August Engelhardt im Jahr 1957 übernahm zunächst Ortswart Schneider kommissarisch die Führung, ehe 1958 Georg Limbach zum Vorsitzenden gewählt wurde.

Doch die späten 50er-Jahre stellten den Verein auf eine harte Probe: Die Probenbesuche gingen drastisch zurück, bis der Singstundenbetrieb 1961 schließlich völlig zum Erliegen kam. In dieser Krisenzeit übernahm Ludwig Löhlein (ein Neffe des früheren Ehrenvorstands) Verantwortung. 1961 wurde zu einem „Jahr der Besinnung“ – mit gutem Ausgang: Der Wille der Garnberger, die Chortradition nicht sterben zu lassen, siegte.

1963 übernahm mit Heinrich Karle einer der eifrigsten und pflichtbewusstesten Sänger das Steuer als neuer 1. Vorsitzender.

1963–1964: Abschied von einer Legende & 70 Jahre Chortradition

Im Jahr 1963 trauerte der Verein um seinen Ehrendirigenten Karl Gutöhrle, der in Künzelsau beigesetzt wurde. Bis zu seinem Tod blieb er dem Verein tief verbunden. Unvergessen blieben den Garnbergern nicht nur seine gesanglichen Erfolge, sondern vor allem sein offenes Wesen und seine väterliche Art.

Die Durststrecke war nun endgültig überwunden: Am 30. Januar 1965 feierte der Gesangverein im Gasthaus „Zum Hirsch“ im Rahmen einer großen Familienfeier sein 70-jähriges Jubiläum. Vor zahlreichen Gästen, darunter Bürgermeister Frenz, blickte der Vorsitzende Heinrich Karle stolz auf sieben Jahrzehnte Vereinsgeschichte zurück – von den schweren Anfängen über den Wiederaufbau bis hin zu den großen Erfolgen der Nachkriegszeit.

1966 bis 1994: Eine Phase des Feierns

Die späten 1960er- bis 1990er-Jahre markieren eine der glanzvollsten Epochen des Gesangvereins Garnberg. Geprägt von großen Jubiläumsfesten, starkem ehrenamtlichem Engagement für das Dorf und musikalischen Wagnissen erlebte der Verein einen kontinuierlichen Aufschwung.

1966–1972: Musikalische Stafetten und das 75-jährige Fest

Im Jahr 1966 nahm der Verein Abschied von seinem hochgeschätzten Dirigenten Hubert Arnold, der als Rektor an die Volksschule Künzelsau berufen und zum Ehrendirigenten ernannt wurde. Eine glückliche Fügung brachte im Februar 1967 das junge Lehrerehepaar Ursula und Christian Mainhardt nach Garnberg. Obwohl ohne vorherige Dirigentenerfahrung, übernahm Herr Mainhardt beherzt die Leitung des Männerchors. Im selben Jahr trauerte Garnberg um seinen Ehrenvorsitzenden Ludwig Löhlein.

Ein Fest für die Sinne (4.–6. Juli 1969)

Das 75-jährige Jubiläum wurde zu einem viertägigen Festmarathon: Neben der Weihe einer neuen Vereinsfahne durch den stellvertretenden Gauvorstand Karl Schmitt erhielt der Verein die Ehrenurkunde des Deutschen Sängerbundes. Der langjährige Vorsitzende Heinrich Karle wurde für 50 Jahre Sängertätigkeit geehrt. Umzüge, Freundschaftssingen mit zahlreichen Gastvereinen und Stimmungsmusik der Stadtkapelle verzauberten das Dorf.

1972 trat Heinrich Karle aus gesundheitlichen Gründen zurück und wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Sein Nachfolger an der Vereinsspitze wurde Helmut Karle. Als Christian Mainhardt nach Künzelsau versetzt wurde, übernahm Eckart Sitzenfrei den Dirigentenstab.

1975–1985: Die Rückkehr der Stimmenvielfalt & Samba in Garnberg

Nachdem der erste gemischte Chor der Nachkriegszeit 1961 aufgelöst worden war, schlug Dirigent Eckart Sitzenfrei 1975 ein neues Kapitel auf: Der Gemischte Chor wurde wiedergegründet!

1982/1983: Das neue Gemeindehaus

Mit enormer Eigenleistung der Vereinsmitglieder von Gesangverein und SG wurde der Garnberger Gemeindesaal umgebaut. Der Verein feierte die Einweihung 1983 mit einem großen Chorkonzert.

90 Jahre Gesangverein (28. April 1984)

Das 90-jährige Bestehen wurde im Rahmen einer stimmungsvollen Familienfeier begangen. Neben einem Rückblick von Vorstand Helmut Karle erwartete die Gäste eine historische Ausstellung im Vorraum des Gemeindesaales mit dem originalen Gründungsprotokoll und alten Urkunden.

10 Jahre Gemischter Chor (1985)

Dass Tradition und Temperament Hand in Hand gehen, bewiesen die Damen beim 10-jährigen Jubiläum des Gemischten Chores: Mit dem südamerikanischen Tanzlied „Canta y danza samba“ brachten sie brasilianisches Flair auf die Bühne und bewiesen eindrucksvoll, dass der Gemischte Chor eine unverzichtbare Bereicherung des Vereinslebens geworden war.

1993–1994: Abschied vom „Schlossheiner“ & Das große Jahrhundert-Jubiläum

1993 trauerte der Verein um seinen Ehrenvorsitzenden Heinrich Karle. Der im Dorf liebevoll „Schlossheiner“ Genannte war das Vorbild an Pflichterfüllung: In seiner Amtszeit lebte er den Singstundenbesuch eisern vor.

100 Jahre Gesangverein Garnberg (Juni 1994)

Im Juni 1994 gipfelte die Vereinsgeschichte im 100-jährigen Jubiläum:

  • Festkonzert in der Stadthalle Künzelsau (11. Juni 1994): Zusammen mit dem Sängerbund Künzelsau und den Posaunenchören Kocherstetten und Künzelsau bot der Chor ein gewaltiges musikalisches Programm.

  • Der Festakt & Die Zelter-Plakette: Im Bürgerhaus Garnberg überreichte Landrat Helmut Jahn die höchste deutsche Auszeichnung für Chöre: die Zelter-Plakette. Bürgermeister Lenz überraschte den 1. Vorsitzenden Helmut Karle für sein unermüdliches Ehrenamt zudem mit der Goldenen Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg.

  • Zeltfest & Freundschaftssingen: Ein Festzelt mit Vergnügungspark und ein gigantisches Freundschaftssingen mit 33 Gastchören machten Garnberg zum Nabel der regionalen Chormusik.

1995 bis 2025: Die jüngere Vergangenheit

Die Jahrtausendwende läutete für den Gesangverein Garnberg eine Ära des mutigen Wandels und moderner Weichenstellungen ein. Neben großen Jubiläen und musikalischen Reisen bereicherte die Gründung neuer Formationen das Vereinsleben nachhaltig.

1996–2000: Musikalische Reise nach Ungarn & Silberjubiläum

Ein unvergesslicher Höhepunkt im Frühjahr 1996 war eine vier-tägige Vereinsreise nach Ungarn zum Besuch der Künzelsauer Partnerstadt Marcali. Unter den musikalischen Highlights stachen ein berührender Auftritt im majestätischen Stephansdom in Budapest sowie ein mitreißendes Gemeinschaftskonzert mit dem lokalen Chor „Calypso“ hervor.

Im Oktober 2000 feierte der Gemischte Chor sein 25-jähriges Jubiläum. Im festlich geschmückten Bürgersaal erlebten die Gäste nicht nur ein Konzert zusammen mit dem Kochergau-Männerchor, sondern auch die umfangreichste Mitgliederehrung der Vereinsgeschichte – ein eindrucksvoller Beweis dafür, wie sehr die Wiedergründung von 1975 den Verein geprägt hatte.

2002–2005: Das Ende einer Ära & Die Geburt des Projektchors

Nach beeindruckenden 30 Jahren an der Vereinsspitze übergab Helmut Karle im Jahr 2002 den Vorsitz. Unter langem Applaus wurde er vom Verband geehrt und zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Als sein Nachfolger trat Josef Kindtner das Amt an.

Zum 111-jährigen Vereinsjubiläum (2005) setzte Josef Kindtner eine richtungsweisende Idee um: Die Gründung eines Projektchores. Was ursprünglich als einmaliges Ensemble für das Jubiläumskonzert am 2. Oktober in der Stadthalle Künzelsau gedacht war, schlug ein wie ein Blitz. Schon beim ersten Treffen folgten 45 Sängerinnen und Sänger dem Aufruf. Unter der Leitung von Eckart Sitzenfrei begeisterten die drei Chöre gemeinsam mit dem Gaumännerchor das Publikum – der Chor 111 war geboren und wurde fester Bestandteil der Vereinsfamilie.

2007–2019: Das Bürgerhaus als Heimat & 125 Jahre Gesangverein

In den Jahren 2006/2007 erfuhr das Bürgerhaus Garnberg unter Bauleitung des Architekten und Vereinsmitglieds Gerhard Nistler eine große Erweiterung. Das neu integrierte Nachbarhaus schuf wertvolle Räume, die bis heute als lebendiger Treffpunkt für Chorproben, Dorffeste und das Vereinsleben dienen.

Anfang 2017 schrieb der Verein Geschichte: Erstmals wurde mit Christina Gogolin eine Frau zur 1. Vorsitzenden gewählt. Sie löste Josef Kindtner ab, der nach 16 erfolgreichen Jahren im Amt zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde.

Das große Jubiläumsjahr 2019

Unter dem Motto 125 Jahre Chortradition feierte Garnberg ein grandioses Festwochenende. Einem festlichen Konzert in der Künzelsauer Stadthalle folgten ein Freundschaftssingen mit 13 Gastvereinen sowie ein mitreißendes Dorffest. Ein besonderer Glanzpunkt: Chorleiter Eckart Sitzenfrei erhielt die Goldene Ehrennadel für über 45 Jahre herausragende Dirigententätigkeit.

2020–2023: Durch die Pandemie & Abschied von Leitfiguren

Die weltweite Corona-Pandemie stellte den Probenbetrieb ab März 2020 weitgehend lahm. Erst im Sommer 2021 konnte das Vereinsleben wieder aufblühen: Asuka Santurri übernahm gemeinsam mit ihrem Mann Domenico am Klavier die musikalische Leitung.

Gleichzeitig verabschiedete der Verein bei der Hauptversammlung im August 2021 Eckart Sitzenfrei nach beispiellosen 48 Jahren voller Musik in den Ruhestand und ernannte ihn zum Ehrendirigenten. Im Oktober 2022 trauerte der Verein um die prägende Persönlichkeit, die das musikalische Gesicht Garnbergs über fast fünf Jahrzehnte geformt hatte.

Nach zwei Chorleiterwechseln im Jahr 2023 konnte mit Prof. Thomas Pfeiffer (ehemaliger Gesangsprofessor an der Musikhochschule Stuttgart) ein herausragender Nachfolger für den Dirigentenstab gewonnen werden, nachdem Dirigentin Annette Burkhardt krankheitsbedingt nur kurze Zeit tätig sein konnte.

2025–heute: Ein doppeltes Jubiläum & Die Weichen für die Zukunft

Im Jahr 2025 blickte der Gesangverein Garnberg stolz auf gleich zwei Meilensteine zurück: 50 Jahre Gemischter Chor und 20 Jahre Projektchor 111. Dieses doppelte Jubiläum wurde mit einem eindrucksvollen Konzert- und Ehrungsabend im Bürgerhaus gebührend gefeiert.

Ebenfalls im Jahr 2025 trauerte der Verein um seinen verdienten Ehrenvorsitzenden Josef Kindtner. Bei der Hauptversammlung am 29. März 2025 stellte Christina Gogolin ihr Amt zur Verfügung. Die Mitglieder wählten Franz Steffl zum neuen 1. Vorsitzenden.